der fitnessmarkt 2017-06-08T10:26:08+00:00

der fitnessmarkt

Die Sport- und Fitnessbranche boomt, der Markt diversifiziert sich, der Wettbewerb nimmt zu

In Zusammenarbeit mit dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und der DHfPG1 hat der DSSV2 auch in diesem Jahr wieder Kennzahlen der Fitnessbranche veröffentlicht. Die zugrundeliegenden Daten  werden alljährlich zum 31. Dezember des Vorjahres erhoben und repräsentieren den Wettbewerb und die Entwicklung des Marktes.

In 2016 wurde die Bewertung von 1.853 der 8.684 Fitness-Studios in Deutschland für die Studie berücksichtigt. Das entspricht einer Teilnehmerquote von 21,3 %.

Die gesamte Studie “Eckdaten 2017” ist über DSSV erhältlich3.

Im Jahr 2016 konnte die Fitness- und Gesundheitsbranche in Bezug auf die Mitgliederzahl einen neuen Höchststand vermelden. 12,3 % der deutschen Gesamtbevölkerung sind in über 8 600 Fitness- und Gesundheits-Anlagen angemeldet.

Zusätzlich zählte der DOSB in 2016 rund 23,8 Millionen Mitgliedschaften in 90.025 Vereinen der 16 Landessportbünde (LSB)4.

Der Umsatz der Sport- und Fitnessbranche lag 2016 bei 5,05 Mrd. Euro. Demgegenüber stehen knapp 209.000 Arbeitsplätze in Fitnessanlagen.

Kennzahlen Fitnessmarkt 2016 5 Gesamtmarkt Einzel < 4 Betriebsstätten > 200 qm Kette > 5 Betriebsanlagen > 200 qm Mikro / special interest < 200 qm
Umsatz (in Mrd. Euro, netto) 5,05 2,81 1,85 0,39
Mitglieder (in Mio.) 10,08 4,74 4,8 0,55
Anzahl Anlagen 8.684 4.844 1.786 2.054
Durchschnittliche Mitgliederzahl je Anlage 1.161 979 2.686 266
Durchschnittsalter der Trainierenden (in Jahren) 39,9 44,1 35,6 42,3
Durchschnittlicher Umsatz pro Mitglied/Jahr (in Euro, netto) 501 593 386 705
Durchschnittlicher Umsatz pro Anlage (in Tsd. Euro, netto) 581 580 1.037 188
Durchschnittlicher Monatsbeitrag (in Euro, brutto) 44,62 52,45 34,47 65,8
Mitarbeiterzahl (in Tsd. inkl. Honorarkräfte) 209,2 146,3 46,4 16,4

Die Fitnessbranche bietet eine  Vielzahl von Ausbildungsmöglichkeiten und dualen Studiengänge mit hohem Weiterbildungspotential. Auf diese Weise ist der Großteil der Betriebe in der Lage, hochqualifizierte Arbeitskräfte einzustellen.

Mehr als die Hälfte der Fitnessstudio-Mitarbeiter verfügt über eine Ausbildung im Gruppen- oder Individualtrainingsbereich oder kann eine medizinische Qualifikation vorweisen.

Aufteilung der Beschäftigungsarten in Fitnessstudios

46,8 % aller Anlagen beschäftigen Auszubildende.
67,5 % aller Anlagen beschäftigen Honorarkräfte.
90,7 % aller Anlagen beschäftigen Festangestellte.
97,8 % aller Anlagen beschäftigen Geringsfügig Beschäftigte (450,-€)
82,8 % aller Anlagen beschäftigen Dual-Studierende
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl pro Anlage 20166 Gesamtmarkt Einzel < 4 Betriebsstätten > 200 qm Kette > 5 Betriebsanlagen > 200 qm Mikro / special interest < 200 qm
Festanstellung 7,7 10,3 7,6 1,8
Duales Studium 2 2,1 1,6 2,1
Ausbildung 1,3 1,6 1 0,8
geringfügig beschäftigt 7 8,5 8,4 2,3
auf Honorar 6 7,6 7,4 1,1

Die meisten Vollzeittrainer sind in Netzwerken wie dem Bundesverband Personal Training organisiert. Sie haben in der Regel neben einem Hochschulstudium oder einer Grundausbildung mehrere Zusatzausbildungen und Weiterbildungen absolviert.

Insbesondere in der Startphase arbeiten viele Personaltrainer angestellt in Fitnessanlagen, um sich den Eintritt in den Markt zu erleichtern. Mit wachsender Expertise wechseln viele dann in die haupt- oder nebenberufliche Selbständigkeit. Es gibt in Deutschland etwa 1000 selbständige Personaltrainer, welche diese Tätigkeit hauptberuflich  ausüben sowie einige tausend Trainer, welche Einzeltrainings als  Dienstleistung freiberuflich im Nebenjob anbieten.

Einer edelhelfer-Umfrage aus dem Jahr 2015 zufolge sind 86 % der Personaltrainer/innen selbständig tätig. 26 % der Personaltrainer/innen arbeiteten nebenberuflich in diesem Feld während 74 % die Tätigkeit hauptberuflich ausüben. Darüber hinaus waren 34 % der befragten Personaltrainer weiblich.7

Der Fitness- und Sportfachhandel

Der europäische B2C-Markt im Sportfachhandel misst ca. 37 Mrd. Euro. Der deutsche Markt trägt hiervon einen Anteil von ca. 7,3 Mrd. Euro in 20168 und wird sowohl online als auch über stationäre Kanäle vertrieben.

Grob lässt sich der Sportfachhandel in folgende  Kategorien unterteilen:

  • Fitnessgeräte und -Zubehör (Kraftsport, Functional Training, CrossFit)
  • Kleinteile und Accessoires (Hanteln, Matten, Massagerollen)
  • Bekleidung (Textilien, Schuhe)
  • Zubehör für Outdoor-Sport (Wintersport, Bikes, Camping)
  • Nährungsergänzung / Supplements

Der Fitnessgeräte-Markt im Allgemeinen unterteilt sich in die Bereiche:

  • B2C: Verkauf von Heimfitnessgeräten und Equipment zur privaten Nutzung daheim

    Der Anteil des B2C-Marktes für Fitnessgeräte beträgt in Deutschland ca. 2-4 Prozent vom allgemeinen Sportfachhandel und beläuft sich bei etwa 140-300 Mio. €.

  • B2B bzw. Commercial: Ausrüstung von Fit­ness-Studios, Unternehmen, Vereinen, medizinischen Einrichtungen sowie sonstigen Institutionen (Hotels, Feuerweh­r, Gefängnis)

    Laut einer Studie von Grand View Research, Inc. wurden in 2014 etwa 45 Prozent des Fitnessgeräteumsatzes im Commercial- und 55 Prozent­ im Heimbereich erwirtschaftet.9

Auch der Handel mit trainingsunterstützenden Nahrungspräparaten floriert, besonders beliebt sind Proteinpulver. Rund 1,175 Mill. Euro gab der Deutsche in 2015 für Supplements und proteinbasierte Nahrungsergänzung aus.10

Investitionsbereitschaft in der Fitnessbranche

Die Investitionsbereitschaft bei Einzel- und Kettenbetrieben sowie Mikrostudios ist weiterhin stark ausgeprägt. Fast 90 Prozent der Einzelbetriebe wollen in 2017 in ihr Unternehmen investieren. Bei den Kettenbetrieben ist die Investitionsbereitschaft ungebremst, während Mikrostudios etwas verhaltener planen.

77,1%

Einzelbetreiber

61,7%

Kettenbetreiber

85%

Mikrostudios

Ein weiterer Investitionsbereich, der in der aktuellen Studie des DSSV erstmalig erhoben wurde, ist die Digitalisierung. Über zwei Drittel aller Studienteilnehmer, nämlich 77,1 Prozent der Einzelbetreiber, 61,7 Prozent der Kettenbetreiber und 85,0 Prozent der Mikrostudios gaben an, in 2017 Investitionen in Hard- und Software zu planen.11

 Investitionsbereitschaft für 2017  Gesamtmarkt  Einzel < 4 Betriebsstätten > 200 qm Kette > 5 Betriebsanlagen > 200 qm  Mikro / special interest < 200 qm
 Umbaumaßnahmen / Modernisierung  88,6  85,3  95,6  88,6
 Geräte / Kraftgeräte  72,5  71,9  96,9  72,5
 Geräte / Cardiogeräte  66,9  69,7  80,1  66,9
 Geräte / Gruppentraining  55  64,8  41,8  55
 Weiterbildung der Mitarbeiter  95,3  97,4  87,6  95,3
 Zertifizierung DIN33961  55,8  67,4  30,8  23
 Wellnessbereich  39,8  46,2  33,4  1,3
 Schwimmbad  4  3,7  6,4  0,3
 Gastronomie  27,1  29,8  27,6  1,3
 Digitalisierung  74,3  77,1  61,7  85
 Functionaltraining  57,7  54,4  77,8  30,2
 Zirkel  40,4  39,4  38,7  54,3
 EMS  20,6  20,2  7,6 63,3
 Personaltraining  28,4  24,7  26,4  67,1
 Vibrationstraining  18,5  13,8  24,8  42,7

Online-Fitnessanbieter & Fitnessapps & Wearables

In 2015 waren 420.000 User bei einem digitalen Fitnessanbieter registriert, davon nahmen rund 109.000 User kostenpflichtige Angebote wahr, Tendenz stark steigend.12

Der Umsatz von Fitness Wearables und Apps zum Erfassen, Tracken, Analysieren und Teilen von Vitalitäts- und Fitnesswerten13 betrug 157 Mio. Euro in 2016, was einem  durchschnittlichen Erlös von 27,57 Euro pro Nutzer in Deutschland entspricht.14

Der Kunde entscheidet.

Aus einer Masse an Angeboten entscheidet der Kunde, welches Fitnessangebot er wahrnimmt. Dabei werden Preise und Leistungen ins Verhältnis gesetzt, insbesondere werden Leistungsspektrum, Qualität der Ausstattung und persönliche Betreuung bei der Wahl herangezogen.

Kunden erkennen kränkelnde Prozesse und Managementabläufe sofort. Wird dem Kunden für einen merklich höheren Preis keine merklich bessere Leistung angeboten, entscheidet er sich für das günstigere Angebot und kauft sich fehlende Leistungen ggf. zusätzlich ein. Nicht selten haben Kunden mehrere Mitgliedschaften in Fitnessstudios oder nehmen neben den Leistungen im Studio das Angebot eines Personaltrainers, einer FitnessApp oder eines Online-Fitness-Anbieters wahr.

Quellenangabe:

1 Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

2 Arbeitgeberverband der Fitnessbranche

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