I got 99 problems – solved!!!

Im letzten Blogbeitrag habe ich mich über die „ach-so-wichtigen“ Probleme eines Yogis ausgelassen, dabei gibt’s auch echt ein paar Dinge, die ganz nice sind so als Yoga-Trulla! Ehrlich! Um so manche Dinge muss man sich einfach gar keine Platte machen, denn die gibt das Yogi-Leben einfach mal vor. Welche das sind? Hier meine Top Five.

Yoga-Pants

Irgendwann gab es diesen Zeitpunkt in der Mode als „normale“ Hosen durch Leggings ersetzt wurden. Finde ich jetzt persönlich nicht so schlimm. Ok, ok, bei manchen Beinen ist es schon ganz schön schlimm, aber jeder wie er möchte. So als Yogi hast du auf jeden Fall den Freifahrtschein für 24/7 Leggings – sorry – Yoga-Pants gewonnen.

Der ultimative Allrounder ist die „lange Schwarze“. Die geht einfach für alle Anlässe.  Schwarze Leggings auf der Matte – warum nicht? Schwarze Leggings im Büro – klar! Schwarze Leggings beim Unterricht – no prob! Unter uns, Leute – ich habe in schwarzen Leggings geheiratet! Gut ist da natürlich gleich die Mehrfachausstattung im Kleiderschrank. Mittlerweile tummeln sich – wartet, ich zähle mal im Kopf nach –sechs schwarze Leggings in meinem Bestand.

Sowieso stellt meine bessere Hälfte jeden Tag aufs Neue fest, wie viele Millionen und Abermillionen eng anliegender Beinkleider ich denn besitze. Dafür habe ich aber auch nur eine Jeans! Bunte, glänzende, 7/8-lange, gemusterte, matte, gebatikte, bedruckte, gekleckste und dann noch Leggings mit Sternen! Brauch man alle. Würde ich jeden Tag eine andere anziehen, ich müsste nur ein Mal im Monat waschen, Knaller! Leider zuppelt man ja dann aber doch immer die oben aufliegenden zwei gleichen aus dem prall gefüllten Regalfach.

Wie war das mit der 80/20-Regel? Man zieht zu 80 % immer die gleichen 20 % an Klamotten an. Geh‘ ich voll mit. Auch bei sechs schwarzen Leggings hat man eben seinen einen Liebling.

Yoga-Bun

Der Klassiker unter den Yoga-Friesen! Ganz weit oben drauf muss er geknuddelt sein und möglichst so aussehen, als hielte er nur noch aus Gewohnheit zusammen. Variiert wird dann nur noch in den Optionen: kurzer Pony, langer Pony oder gar kein Pony. Kleine Bemerkung am Rande – so ein Pony ist wie ein Haustier! Den musst du ständig bürsten, rollen, waschen und zurechtlegen. Hatte ich diverse Male schon, hat mich immer irgendwann genervt. Vielleicht kommt er wieder, wenn meine Falten auf der Stirn so richtig unansehnlich werden. Noch finde ich sie ganz knuffig.

Zurück zum Knuddel. Ich turne jeden Tag auf der Matte und das bedeutend länger als eine Stunde und dazu noch ekelhaft anstrengende Figürchen. Eigentlich müsste ich mir jeden Tag die Haare waschen, aber jeder der so lange Haare hat, das man in der Lage ist, sie sich selber schneiden zu können, weiß, wie nervig das ist. Also gibt’s das Expressprogramm mit einfach zusammen knuddeln und gut ist. Ungewaschen halten sie eh besser zusammen da so oben drauf als Yoga-Krönchen. Klingt jetzt irgendwie etwas unhygienisch. Keine Panik, so schlimm ist es dann doch noch nicht. Und der „out-of-bed“-Look funktioniert eben einfach nur gut, wenn der fusselige Dutt auch wirklich so aussieht wie er eben aussieht. Verstehste?

Veggie-Schnitzel

Als Yogi darf man ja prinzipiell alles sein – auch „essbehindert“. Die Bezeichnung für einen Veggie oder schlimmer noch: Veganer – habe ich letztens gehört. Fand ich eigentlich ganz witzig. Komischerweise ist es total in Ordnung, als Yogi kein Fleisch zu essen. Vegan ist noch yogischer. Aber bringe den Mitmenschen mal bei, dass du ein „Meat Eater“ und dazu noch Yogi bist! Dann hast du gleich mal Gesprächsstoff für die nächsten zwei bis drei Stunden deiner kostbaren Lebenszeit.

„Ach, als Yogi isst du ja kein Fleisch!“ ist generell die großflächig verbreitete Meinung. Wird dann nur noch getoppt durch ein „Na als Yogi bist du ja auch direkt Veganer!“. Kann sein – muss aber nicht. In den traditionellen Schriften steht nirgendwo geschrieben, dass ein Yogi Vischstäbchen und Grobe Lebervurst (Pfui Spinne!) statt Eisbein und Brati essen muss. Es gibt sogar im Ayurveda für bestimmte Lebensumstände Empfehlungen, Fleisch zu essen. Also ich esse nun schon seit einigen Jahren kein Fleisch mehr und erspare mir vielleicht auch dadurch einige lästige Kommentare. Veggie und Yogi passt eben zusammen wie Mett und Zwiebeln. Mahlzeit!

Party on, guys!

Wo wir gerade bei unangenehmen Smalltalk sind – eins ist mal ganz sicher: nervige Partygespräche bleiben dir erspart. Na gut, vielleicht nicht ganz. Auf die obligatorische Frage „Na und was machst Du beruflich?“ mit „Ich bin Yogalehrer.“ zu antworten sorgt nur kurz für bedrückende Stille in der Partygesellschaft. Kurz gibt es dann noch mal einen hilflosen Versuch, das Gespräch am Laufen zu halten in Form des Kommentars „Ach! Ich mach ja auch Yoga!“.  Danach ist aber auch endgültig Schluss mit Geschnatter – versprochen! Tiefer möchte wirklich niemand mehr in die Materie einsteigen. Minutenlanges beengendes Schweigen und plötzlicher Themenwechsel mit Fokus auf den BWLer neben dir. Perfekt! Kannst du dir endlich gepflegt einen hinter die Binde kippen und dich richtig daneben benehmen. Schlimmer werden kann’s nun nicht mehr. Prost!

Less is more

Etwas verändert die Yogapraxis schon – man ist mit weniger zufrieden. Weniger Kohle auf dem Bankkonto hast du als Yogalehrer ja eh schon mal. Außer du heißt Patrick Broome, hast dein eigenes Yogastudio in München und betreust die deutsche Fußball-Nationalelf als Yogaguru. Dann vielleicht nicht. Die anderen 99 % der Yogalehrer sind keine Millionäre und irgendwie lächeln sie trotzdem den ganzen Tag so verstrahlt vor sich hin. Warum bloß? Irgendwas muss da dran sein an dem „Weniger ist mehr“. Wer nichts hat, muss nichts versichern. Den Spruch brachte letztens meine Mutter und sie hat absolut recht! Hast du viel Vermögen oder Konsumgüter, so lebst du in ständiger Angst, jemand könnte dich beklauen, dir was wegnehmen oder irgendetwas ginge zu Bruch. Hast du nichts, brauchst du keine Angst haben. Generell habe ich nie verstanden, wie man Glücklichsein mit materiellen Dingen in Verbindung bringen kann. Was gibt es Schöneres als einen Waldspaziergang im Herbst, Gras unter den nackten Füßen oder das Knirschen von Schnee im Winter? Nichts. Absolut nichts. Stellt sich nur die Frage – wenn weniger mehr ist, ist dann nichts alles?

Mit dieser zutiefst philosophischen Frage entlasse ich euch für heute. Auf dass alle Probleme keine Probleme mehr sind sondern einfach nur noch Herausforderungen.

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2019-03-30T21:46:10+00:00 Kommentare deaktiviert für I got 99 problems – solved!!!