Meine erste Skitour

Als ich im vergangenen Jahr mit dem Skifahren angefangen habe, träumte ich bereits sehnsüchtig von den ersten Skitagen abseits der Piste, fernab von Trubel, Skiliften und Menschenmassen. Für mich stand von vorne herein fest, dass ich Skitouren gehen und nicht nur die präparierten Pisten runter sausen will. Aber um solch ein ambitioniertes Ziel zu erreichen, ist es wichtig sich selbst nicht zu überschätzen und einen Schritt nach dem anderen zu machen. Was gilt es also als Anfänger zu beachten, wenn man seine erste Skitour gehen möchte?

Wichtigste Voraussetzung: Skifahren lernen!

Stellen wir uns einmal vor: Nach einem anstrengenden Aufstieg wartet zur Belohnung die feinste Powder-Abfahrt und sogar die Sonne schaut nach dem nebligen Aufstieg vorbei, um das Bergglück zu vollenden. Wer nun allerdings mit perfekten Bedingungen rechnet wird zumeist überrascht sein: Abfahrten durchs Gelände sind anspruchsvoll, fordern einiges an Erfahrung, Technik und Fitness. Wer gut Skifahren kann, vertraut ist mit Lawinen- und Wetterkunde kann sich den Gegebenheiten anpassen und ist somit den wechselnden Bedingungen im Gelände optimal gewachsen. Dazu braucht es Vorkenntnisse und eine Menge praktische Erfahrungen um Gefahren richtig einschätzen zu können. Natürlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und deswegen gilt es im allerersten Schritt zunächst einmal die Technik auf der Piste zu üben und zu festigen. Wer seine Ski richtig beherrscht wird auch im Gelände mehr Spaß haben.

Skitour vs. Pistentour

Nach einem Jahr auf Skiern bin ich natürlich noch lange kein Profi. Aber Skifahren lernt man nun mal eben nur durch Skifahren – und das braucht Zeit! Allerdings habe ich es mir nicht nehmen lassen und bin trotzdem vor ein paar Tagen meine erste Tour gegangen. Für alle Anfänger die genauso wie ich noch nicht ins Gelände gehören aber dennoch die Tourenski anschnallen wollen habe ich da nämlich die perfekte Lösung: einfach über die präparierte Piste aufsteigen! Dank der fabelhaften Schneeverhältnisse in diesem Winter, musste ich für meine erste Skitour nicht einmal in die Alpen fahren. Von Kassel aus habe ich mich 1,5h ins Auto gesetzt um gemeinsam mit Freunden vom Parkplatz Hexenritt Alm über die Skipiste am Wurmberg bergauf zu laufen. Die präparierte und beschneite Piste bot ideale Bedingungen für den Aufstieg und ich konnte mir von Anfang an sicher sein, dass ich auch problemlos wieder den Berg runter kommen würde. Pistentouren bieten den optimale Einstieg ins Skitouren gehen. Man kann sich zunächst einmal mit dem Material vertraut machen, sich ins Tourengehen “reinspüren” und in aller Ruhe die richtige Gehtechnik üben. Und solange man sich auf den markierten Pisten bewegt, muss man sich auch keine Sorgen um die Lawinengefahr machen.

Skitouren gehen – aber mit welchem Material?

Zum Touren gehen benötigt man anderes Material als zur klassischen Abfahrt. Der wesentliche Unterschied ist die Bindung: Tourenbindungen sind zum einen leichter, zum anderen ermöglichen sie durch spezielle Ver- und Entriegelungssysteme das Bergaufgehen. Zudem ist der Tourenski weicher und damit leichter im Gelände zu bewegen als ein Alpinski. Eine weitere Besonderheit beim Tourenski sind die Felle, die für den Aufstieg an der Unterseite aufgespannt werden werden, um das Abrutschen im Schnee zu verhindern. Oben angekommen werden die Felle dann abgezogen und im Rucksack verstaut. Wie bei jeder anderen Sportart empfehle ich auch beim Touren gehen: erst probieren, dann kaufen! Nach ein wenig Recherche fand ich heraus, dass ich in der Skitourenbindung sogar meine ganz normalen Skischuhe benutzen konnte, also musste ich mir nur Tourenski mit der speziellen Bindung samt Fellen leihen. Ein paar Stöcke dazu (ich benutze einfach meine Teleskopstöcke vom Wandern) schon hatte ich die Grundausrüstung zusammen.

Mein Fazit

Skitouren gehen ist super anstrengend aber macht gleichzeitig irrsinnig viel Spaß. Wenn ich ehrlich bin, ist es genauso toll wie ich es mir vorgestellt habe! Das Bergauf gehen hat mir einiges abverlangt und es ist konditionell definitiv anstrengender als das reine bergab Fahren. Zu Beginn hatte ich ein wenig Probleme mit Geschwindigkeit und Gehtechnik, weil ich bei jedem “Schritt” versucht habe meine Skier anzuheben. Aber im Laufe der Zeit habe ich dann verstanden, dass man die Ski über den Schnee zieht. Man schlurft eher, als dass man tatsächlich “geht”. Als ich den Bogen dann erst mal raus hatte, stellte sich auch schnell mein eigenes Gehtempo ein und ich merkte richtig wie mein Kopf abschaltete und ich fast schon meditativ den Berg rauf marschierte. Einzig und allein die Spitzkehre forderte mich immer wieder aufs Neue heraus – aber auch hier gilt die goldene Regel: Übung macht den Meister. Als wir oben an der Wurmbergalm angekommen sind, waren die Felle schnell im Rucksack verstaut und wir mit wenigen Handgriffen bereit für den Weg zurück ans Auto. Als Belohnung fürs Schwitzen beim Aufstieg wartete nun die Abfahrt auf uns, die über die Piste hinweg auch für mich als Anfänger problemlos zu meistern war – meine erste Skitour war also ein Erfolgserlebnis auf ganzer Linie und ich bin infiziert. Es werden noch weitere kommen und ich werde an meiner Technik arbeiten, bis ich endlich bereit bin für die erste Tour im echten Gelände.

Bis bald Ihr Skihasen!

Eure Lisa aka #mountaingirl

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2018-03-05T17:36:02+00:00 0 Comments

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