Noah Wallace: Erfolgreicher Freestyle-Skier zwischen Trampolin und Chillmucke

Der US-amerikanische Freestyle-Skier fuhr gleich zu Karrierebeginn 2011/12 seine ersten Siege ein. Im Slopestyle ist er zu Hause, im Mountain High ein echter Pro. Als solcher fährt Noah Wallace seit 2013/14 im Weltcup mit, sprang bereits auf mehrere Podestplätze. Im Interview mit sportaholix verriet der Freestyler, welches sein liebstes Workout-Gerät ist, wann Chilemusik zum Einsatz kommt und was er mal an Equipment vergessen hat …

Wie bereitest du dich auf die Saison vor?
Bevor die Saison startet lege ich den Fokus auf Workouts, die Plyometrics involvieren, ganz viel Stretching, Gewichtheben und viel Zeit auf dem Trampolin.

Auf welche Partien konzentrierst du dich?
Mein Hauptaugenmerk liegt auf den Beinen: Core und Flexibilität. Bei all den Tricks, die wir so machen, ist Flexibilität ziemlich wichtig. Und ein starker Kern, damit mir auch die großen Drehungen gelingen.

Hand aufs Herz: Was ist beim Training der Fun und was der Pain Part?
Den größten Spaß macht absolut das Trampolin. Seit meiner Kindheit liebe ich es, auf dem Trampolin rumzuhüpfen. Jetzt macht es immer noch Spaß, weil ich damit an Drehungen und Techniken arbeiten kann. Der Pain Part sind Wasserrampen. Ein Tag Ramping bringt eine Woche Schmerz.

Setzt du außerdem auf ein spezielles Mental Training?
Ich setze auf die Visualisierung meiner Tricks. Ich glaube, dass die mentale Seite enorm wichtig dafür ist,wie wir performen. Deshalb gehe ich meine Tricks auch durch, selbst wenn ich nicht auf den Ski stehe, um besser zu werden.

Experten raten Laien, Training in den Alltag zu integrieren: Balancetraining beim Zähneputzen auf einem Bein … -> Welche Anekdote kannst du mit uns teilen?
Das ist gutes Beispiel. Muss ich mal ausprobieren … Ich persönlich wärme mich und meine Muskeln gern mit einem Dance Warm-up auf.

Pisten-/Rampencheck: Wie gehst du vor?
Bevor es auf einen neuen Kurs geht, drehe ich erstmal ein paar Runden zum Aufwärmen. Wenn ich schonmal dort gefahren bin, gehe ich sofort in die Jumps und checke, dass die Geschwindigkeit stimmt. Wenn sich das gut fährt, gehe ich beim nächsten Mal an die Tricks.

Wie sieht dein FitFood aus?
Ich mache da nichts Besonderes in Sachen Fitfood. Ich versuche eher, bestimmtes Essen zu vermeiden, das etwa viel Zucker und Öle enthält. Und wenn ich dann koche, gibt’s eine richtige Futtervielfalt, die mir hilft, eine ausgewogene Balance an Nährstoffen zu mir zu nehmen.

Gibt es ein Ritual, das du vor einem Wettkampf immer machst?
Vor einem Contest besteht mein Ritual aus einem Early-Morning-Kaffee, netter Chillmucke, während ich mich dehne. Wenn ich dann auf den Berg komme und kurz vor dem Start bin, höre ich höchstwahrscheinlich einen dieser Songs: Father, Father von Jay Prince oder Money Trees von Kendrick Lamar.

Helm, Board, Sonnenschutz, Smartphone: Hast du schonmal irgendwas Wichtiges an Equipment vergessen? Bzw.: Was packst du zuerst für eine Competition ein?
Als ich das erste Mal in Europa war, zum SFR Tour Contest, hatten wir nach dem Contest und vor dem Finale in La Clusaz ein paar Tage frei. Also fuhren wir nach Marseille. Zum ersten Mal konnte ich herumreisen und war so aufgeregt und beeindruckt, dass ich absolut nicht realisierte, als ich einen Tag später meine Skiboots im Bus vergas. Das war das erste und einzige Mal, dass ich meinem Equipment sowas angetan habe, haha. Die Boots sind daher nun das erste, was ich für einen Contest einpacke, und das Wichtigste, womit ich verreise.

Was passiert nach oder abseits der Piste: Training, Party …?
Wenn ich nicht auf Skiern stehe, bin ich schlichtweg süchtig nach Reiseblogs. Ich liebe es zu verreisen und versuche verschiedene Wege zu finden, wie ich meine eigenen Kreditkartenpunkte nutzen kann, um mit meiner Freundin oder Familie auf Reisen zu gehen. Daneben liebe ich Fotografie und Sport jeder Art.

Zum Business: Wie funktioniert Networking am besten in der Wintersportwelt?
Die Wintersportwelt ist eine enge Gemeinschaft. Bei den meisten Wettbewerben oder Veranstaltungen treffe ich viele Teammanager, Journalisten, Fotografen usw. Über die Zeit siehst du die gleichen Leute und baust eine Beziehung, ja sogar einige tolle Freundschaften auf.

Training, Marketing, Sponsorship, Mediaarbeit: Wie bekommst du all das unter einen Hut?
Um die meisten Dinge muss ich mich selbst kümmern. Für Workouts gehe ich im Herbst ins Fitnessstudio des US Ski-Teams und arbeite dort an einem soliden Trainingsplan. In Sachen Sponsoren hatte ich in den letzten Jahren Hilfe von Agenten. Bezüglich Marketing, Medien und Blogs: Da konnte ich meinen Namen durch Networking mit Leuten aus der Branche bekannter machen.

Vielen Dank, Noah, für das Interview!

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2018-01-16T16:06:13+00:00 0 Comments

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