Trainerinnentypologie II: Frauen zwischen Lady und Hottie

Ich mag keine Vorurteile und Klischees! Wir sind schließlich alle Unikate! Und doch, es gibt sie – die Zwillingscharaktere. Persönlichkeiten, die sich in ihrer Einzigartigkeit doch ähneln. Vergleichbar mit Sternzeichen. Nein, natürlich, wir glauben alle nicht an Horoskope. Trotzdem kennen die meisten ihren Aszendenten …

Trainerinnentypen

Ich tue es also meinem Vorredner Nico Peschke (seines Zeichens Gym-Inhaber, „We are Athletes“-Initiator und Trainertyp „Klassenclown mit ausgeprägtem Helfersyndrom“) gleich und erstelle eine Typologie weiblicher Trainerinnen.

Das Woo-Girl

Wie ein Duracellhäschen ist das Woo-Girl häufig tanzend auf der Bühne in den Kursräumen der Fitness- und Tanzstudios zu finden. Häufig beginnt sie ihre Karriere als Animateurin in den Robinson-Clubs dieser Welt. Stets gut drauf, hat sie den Rhythmus im Blut, kommentiert gute Leistungen ihrer Teilnehmer(innen) gern mit einem über mehrere Oktaven geträllerten „Wooooooooo!!!!“.

Langes Stillsitzen ist für sie pure Folter und auch für tiefgründige Gespräche ist sie nicht zu haben. Geht sie mit ihren Freundinnen aus, endet der Abend als „Workout“ auf der Tanzfläche eines Clubs. Im Kopf zählt sie Takte ein und shaked ihren Booty im Salsa Basic und Double Side Step. Feiern kann sie und die bewundernden Blicke der Männer genießt sie auch.

Die Charismatische

Ihr scheint die Sonne aus dem Hintern, auch im Winter. Die Charismatische ist immer positiv gestimmt und besitzt eine Standleitung zum Universum. Sie liebt vegane Kost und lebt die Detoxkur an 365 Tagen im Jahr. Ihr ganzes Tun ist sozusagen eine Opfergabe an eine höhere Kraft. Ihre Spiritualität liegt ursprünglich in einer Indien- (wahlweise auch Thailand-, Sri-Lanka- oder Costa-Rica-) Erfahrung begründet. Dort hat sie die beste Zeit ihres Lebens verbracht.

In Yoga- und Pilateskursen, in denen sie sich derart verbiegt, dass einem schon vom Hinsehen schwindelig wird, überträgt sie ihre energetische Kraft gern mit Hilfe von Räucherstäbchen, kurzen Chakra-Massagen und selbstgebackenen Hanfkeksen. So verlassen ihre Jünger den Kurs stets gestärkt und mit dem latenten Gefühl, dem Universum zu wenig zu dienen.

Die Tattoolady

Sie trainiert selbst in den hippen Crossfit-Boxen der Stadt und liebt die Community. Die Tattoolady ist der Kumpeltyp und fällt durch ihren lauten Gossen-Slang auf. Obwohl Mädels ihren Körper und ihre pure Kraft oft bewundern, möchten sie die Tattoolady nicht für private Trainingssessions buchen. Zu groß ist die Angst zu versagen, denn diese Trainerin kennt kein Pardon und duldet kein mimosenhaftes Workout bei ihren Geschlechtsgenossinnen.

So kommt es, dass ihre Kunden größtenteils männliche Mimosen sind. Mit denen kann sie einfach besser. Gern unterstützt sie die dann beim Klimmzug und packt beim Bankdrücken mit an. Dabei merkt sie nicht, dass der Ehrgeiz der Kunden einzig in der Möglichkeit begründet liegt, Zeit mit der hot-strong-Lady zu verbringen. Denn diese würde ihnen außerhalb des Gyms vermutlich nur ihr breites Kreuz zukehren.

Die Killergranate

Für ihren Body braucht diese Trainerin einen Waffenschein. Gemachter Busen, künstliche Fingernägel, aufgeklebte Wimpern und mit ihrem Hintern kann sie Nüsse knacken. Diese Braut pflegt ihr Trainerdasein maximal bis zum 40. Lebensjahr.

Dann hat sich endlich ein gut betuchter Kunde gefunden, der sie vom Markt weg heiratet, sodass sie sich zukünftig Vollzeit um ihren Body kümmern kann. Bis dahin gibt sie typischerweise BauchBeinePo-, Rücken- und Aqua-Kurse oder kümmert sich im Personaltraining oder beim Kaffeetrinken an der Eiweißtheke um ältere Herren.

Die Alterslose

Sie ist eine Trainerin älteren Semesters – je oller, je doller eben. Die Alterslose hat Zeit ihres Lebens Kurse in Fitnessstudios gegeben und dabei bis zur Verausgabung trainiert. Jahrelanges Stepaerobic, Spinning und Taebo fordern ihren Tribut. Einen großen Teil ihres eigenen Trainings absolviert sie daher auf dem Crosstrainer, der ist gelenkschonend.

Ohne Perspektive beobachtet sie häufig die jungen Trainerdinger, die ihr die interessanten Kunden wegschnappen. Also hat sich die Alterslose auf Senioren eingeschossen. Eine dankbare Zielgruppe, die ihrem stundenlangen Rumgejammere gern während der eigenen Trainingseinheit lauschen und ihr dann, ganz nach Omas Manier, 50€ zustecken, damit sie sich endlich der Zahnoperation unterziehen kann, von der sie schon seit zwei Jahren erzählt …

Schlusswort

Natürlich wird der Versuch einer Typologie vielen Trainerinnen nicht gerecht, handelt es sich doch in den allermeisten Fällen um Mischformen. Es ist eben wie bei einem guten Gericht – eine Prise hiervon, ein bisschen davon – das gibt jedermann den Rest …. Labedibeldabelduu! Wow! Schuh!

von Rebecca Kujawin
(Personal Trainerin, Diplom-Fitnessökonom, Gründerin und CEO von sportaholix)

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2018-03-01T10:16:41+00:00 0 Comments

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