Wie besiegt man über 10.000 km hinweg das Motivationstief?

Die Sonne scheint, das Leben ist schön, alle meine Sporties trainieren brav und ich auch. Plötzlich erreicht mich die Nachricht: „Hilfe Dani, es ist so arschkalt hier, ich kann mich nicht überwinden, hinauszugehen und zu trainieren. Ich komme nicht mehr ins Training hinein.“

Immer bevor ich eine dieser Nachrichten beantworte, muss ich mich erst einmal hinsetzen und Ruhe finden. Denn jetzt steht eine gedankliche Reise nach Mitteleuropa an. Ich muss mich in die Situation hineinversetzen, die ich selbst so oft erlebt habe. Draußen hat es Minusgrade, es ist windig, der Himmel ist im besten Fall grau, im schlechtesten Fall ist es noch dunkel und ich sollte mich fertig machen, um ein Workout draußen zu machen.

Allein bei dem Gedanken wird mir selbst in der Karibik kalt und ich reibe mir die Hände. Das ist genau, was ich wollte, denn nur dann kann ich nachvollziehen, wie es meiner Kundin gerade geht.

Dieses fiese Ding namens Motivation

Das Thema Motivation ist kein einfaches, denn es gibt absolut keine Universallösung – weder vor Ort, noch auf Entfernung. Was dich motiviert, lässt mich vielleicht völlig kalt und umgekehrt. Noch schlimmer ist: Was mir gestern geholfen hat, meinen Hintern in die Höhe zu bekommen, muss nicht zwingend auch morgen helfen. Kurz gesagt: Es ist kompliziert. Daher ist Kreativität angesagt.

Wenn ich das Gefühl habe, gedanklich in Mitteleuropa zu sein und mir den Trainingsfortschritt genau angesehen habe, rufe ich per Videocall an. Ich im Bikini, sie in dickem Pulli und Wollsocken. „Ich will auch in die Sonne, jetzt gleich!“, bekomme ich meist als erstes zu hören. Dann lasse ich mir alles erzählen, bis ins Detail. Welche Probleme gibt es gerade? Ist es nur die Kälte, oder auch Alltagsstress, fehlende Ausrüstung, Müdigkeit, Ernährung etc.

Schritt für Schritt gehen wir dann gemeinsam die letzten Einheiten durch, um herauszufinden, wo es gerade zwickt. Und ich fordere aktiv zum Raunzen auf. Manchmal braucht man es einfach, richtig Dampf abzulassen.

Ernährungsanpassung in der Winterzeit

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Motivationstief in der Winterzeit oft mit falscher Ernährung zusammenhängt. Unser Körper muss sich regelmäßig auf die neue Jahreszeit einstellen, das ist nicht zu unterschätzen. Wenn man endlich Training und Ernährung gut abgestimmt hat, kommt schon wieder die nächste Umstellung. Im Winter ist es besonders wichtig, so oft wie möglich warm zu essen und auch die Kalorienzufuhr zu erhöhen. Das betrifft vor allem jene, die häufig draußen in der Kälte sind. Der Körper braucht die Energie für die Wärmebildung.

Das wird oft vergessen! So kommt es vor, dass SportlerInnen ihre Ernährungsgewohnheiten aus dem Sommer mit in den Winter nehmen. Was folgt, sind Kälte, Müdigkeit, Erschöpfung, Verkühlung, Pause, Motivationstief.

Gemeinsam ist besser als einsam

Der unschlagbare Vorteil von Onlinefitnesstraining ist, dass man immer und überall trainieren kann. Allerdings trainiert man manchmal auch ganz allein, was in schwierigen Phasen besonders hart ist. Daher helfe ich meinen Sporties, sich untereinander zu vernetzen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Egal ob über Facebook, Instagram oder das Tool der Trainingssoftware, alles ist möglich. Wichtig ist, dass das Gefühl verschwindet, ganz allein gegen den Schweinehund anzukämpfen. NEIN! Wir kämpfen alle gemeinsam! Und wenn man einfach nur mal richtig raunzen muss, dann ist das auch total okay! Rauslassen, aufstehen, weiter trainieren!

„Bete deinen Fortschritt an!“

Meine KundInnen haben eine genau Dokumentation über ihren Trainingsfortschritt. Wichtig ist, dass sie verinnerlichen, wieviel sie schon geschafft haben, und stolz auf sich selbst sind. Wenn man sich die eigene Entwicklung vor dem Schlafengehen, nach dem Aufstehen und vor dem Training ansieht, dann ist aufgeben einfach keine Option mehr. Dann geht es immer weiter. Selbst wenn ich das eine oder andere Mal zusätzlich beim Training per Telefon dabei sein muss – egal. Hauptsache ich bekomme alle wieder back on track. Und auf sich selbst stolz zu sein, kann sowieso nie schaden!

Wir erarbeiten gemeinsam zwei bis drei Punkte für die nächste Woche, um wieder zurück in den Trainingszyklus zu kommen und machen uns ein weiteres Telefonat in einer Woche aus. Und nachdem ich meine Gedankenreise nach Europa und das Telefonat beendet habe, muss ich dann dringend in die Sonne, zum Aufwärmen :).

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2017-12-25T11:48:04+00:00 0 Comments

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