pink karmas Yoga – ABC

Du bist ein frischgebackener Yogi und so manche Begriffe ziehen dir die Stirn kraus? Du willst einfach mal klugscheißen oder mit den Hipster-Yogis zum Fairtrade-Organic-Hafer-Matcha-Latte mehr mitreden können? Bitte sehr! Hier kommt mein persönliches Yoga-ABC für dich für jede Shitchat-Gelegenheit on and off the mat…

Asana

Nein, das ist keine Margarine! Asanas sind die Körperhaltungen im Yoga wie etwa Baum, Heuschrecke oder der herabschauende Hund. Dabei kräuselt es mir zu 99 % die Fußnägel hoch, wenn so manch ein Yogi das Wort „Asana“ in den Mund nimmt. Das „A“ zu Beginn des Wortes ist lang, das zweite eher stumm. Und alle lesen laut vor: Aaaaass(e)nnah. Man sagt ja auch Noooorwegen und nicht Norweeeeegen. Alles klar?

Bandha

Vermutlich des beliebteste Wort eines Yoga-Lehrers. Du kannst keinen Kopfstand? Denk an deine Bandhas! Du scheiterst in der Krähe? Nutz deine Bandhas! Dein Übergang zum Up Dog ähnelt einem Regenwurm? BANDHAS!!! Dabei sind Bandhas eigentlich Energieverschlüsse, die eine gewisse Zentrierung auf der energetischen und eben nicht physischen Ebene bewirken (Uuuuuiiihhh!!! Bisschen spiri, aber so ist Yoga eben auch mal…) und somit mit einer starken Körpermitte wenig zu tun haben. Die Bezeichnung „Bandhas“ klingt nun mal leider abgefahrener als „Core“ oder „tiefliegende Rumpfmuskulatur“, also wird diese Wort in jeder Yoga-Class ungefähr alle zwei Minuten zum Einsatz gebracht.

Chaturanga

Gestatten? Chaturanga. Chaturanga Dandasana. Ich bin eigentlich ein tiefer Liegestütz, der den gesamten Körper trainiert. Mein Nachname wird gern vernachlässigt, wahrscheinlich hat der Yoga-Lehrer keine Zeit in seiner hippen Vinyasa-Flow-Class, dabei gehört er mit zu mir, denn Chaturanga heißt übersetzt „vier Punkte“ und Dandasana ist die „Stockpose“. Genauso sollte ich auch aussehen, nur leider werde ich oftmals schlampig übergangen und der Bauch hilft dann gern mal als fünfter Punkt auf der Matte mit im Übergang zum Up Dog.

Dosha

Laut Ayurveda gibt es drei Körpertypen – Vata, Pitta und Kapha. Jeder Mensch ist eine Mischung aus diesen drei „Doshas“ mit unterschiedlicher Ausprägung. Das Verhältnis kann je nach Lebenslage, Jahreszeit oder momentaner Situation variieren. Optimal wäre eine ausgewogene Verteilung der drei Doshas. Mahatma Gandhi war ein „Tridosha“ oder auch Mutter Teresa. Man kann seinen Doshatyp mit Nahrung, bestimmten Aktivitäten (zum Beispiel Yoga, Tanzen oder Malen) oder auch mit Atemübungen beeinflussen.

Every damn day

Die Yoga-Praxis ist nun mal eine Praxis – das heißt, man muss üben. Und das eben jeden verdammten Tag. Wenn ich Klarinette spielen können möchte, kann ich auch nicht erwarten, dass von ein Mal üben pro Woche ich in drei Monaten Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ perfekt drauf habe. Im Yoga ist das ganz genauso.  Üben, üben und nochmals üben.

Frühaufsteher

Die perfekte Zeit für die Yoga-Praxis ist gnadenlos früh – optimaler weise wärst du vor (!!!) Sonnenaufgang fertig und beginnst dein Leben jenseits der Matte pünktlich zum Morgengrauen. Mal unter uns, ich starte unter der Woche um 6.30 Uhr und das auch schlaftrunken mit violett-geränderten Augen. Früher geht bei mir einfach nicht. Eine regelmäßige Yoga-Praxis am Abend wäre eine Option. Ich kann mich nur leider abends nicht mehr motivieren und schlafe auch megaschlecht nach intensiven Rückbeugen und Co.

Guru

Der Begriff ist – eigentlich unbegründet – etwas negativ behaftet. Das Wort bedeutet „jemand der einen aus der Dunkelheit ans Licht führt“ und eben nicht „Versklaver seiner Jünger“, „Millionär auf Kosten seiner Anhänger“ oder „abgedrehter Hippie mit bunten Bällen im Schädel“. Der Guru ist somit einfach nur ein Lehrer, der Tipps gibt und für einen da ist, wenn man Unterstützung benötigt.

Handstand

Keine Ahnung, warum alle Welt so einen Wirbel um diese Asana macht! Der Handstand heißt bei den Yogis „Adho Mukha Vrksasana“ und scheint bei manchen der praxisfüllende Inhalt auf der Matte zu sein. Wobei es dann zu klären gilt, wo gymnastische Turnübungen aufhören und Yoga beginnt…?! Klar ist: je weniger man Wert auf das Stehen auf den Händen legt, umso leichter geht‘s.

Indien

Mother India! Geburtsland des Yogas und immer eine Reise wert. Als ich das erste Mal nach Indien für mein 200 Stunden Teacher Training reiste, hatte ich absolute Panik vor Magen-Darm-Problematiken jeglicher Art, zu viel Hitze und millionenfach Kuhfladen auf der Straße. Was soll ich sagen? Bis auf ersteres kann ich alles bestätigen und bin dem Land verfallen. Meine Tipps für eine entspannte Indienreise vertage ich auf einen anderen Blogbeitrag.

Jivamukti

Die Jivamuktis sind in New York um das Yogi-Pärchen Shannon Garron und Davis Life entstanden. Sie haben ihre Wurzeln in klassischen Yoga-Stilen wie dem Ashtanga Yoga und stehen für eine dynamische Asana-Praxis, Einsatz für den Tierschutz und Veganismus. In einer Jivamukti-Yoga-Class wird gern mal gesungen oder Musik gespielt, dabei kommen auch Hip Hop oder Rock’n’Roll aus den Musikboxen.

Kaffee

„No coffee – no prana!“ sagte einstmals Shri K.Pattabhi Jois – der Urvater des Ashtanga Yogas – und machte sich dabei etwas lustig über die Westerners, die ohne Kaffee nicht auf die Matte zu locken waren. Koffein ist für Yogis nicht empfohlen in der ayurvedischen Tradition, aber wer in aller Herrgottsfrühe sich auf die Matte schleift, braucht auch schon mal einen kleinen schwarzen Motivationskick in Keramik. Ich habe es ohne Kaffee versucht, es geht – ist aber unschön. Ich komme mir vor wie ein Pottwal auf Ritalin. Und ein kleines Laster braucht eben jeder, auch ein Yogi.

Leggings

Kein Kleidungsstück ist so beliebt bei Yoginis wie das eng anliegende Beinkleid! Absolut begründet, denn man kann in gut sitzenden Leggings mühelos alle Asanas turnen, ohne dass etwas zwickt oder man sich die Beine rasiert haben müsste. Herrlich! Bei vielen artet die Liebe zu den Yoga-Pants etwas aus und man kommt eigentlich gar nicht mehr raus aus der Klamotte. Leggings 24/7! Meine eigene Erfahrung – kann man sogar zur Hochzeit tragen.

Mantra

Ein echter Yogi kann Mantren rezitieren! Ob er es dabei so genau nimmt, was er da vor sich hinbrabbelt – geschweige denn weiß, was sie bedeuten, steht auf einem anderen Papier geschrieben. Mantren oder Mantras sind in Sanskrit verfasst, einer jahrtausendealten Sprache, die vor allem auf die Erzeugung von Vibrationen im Körper baut und heilende Kräfte besitzen soll. Es gibt für alle Lebenslagen eigene Mantren und alle haben eins gemeinsam – sie klingen herrlich beruhigend und entspannend.

Nude Yoga

Ach herrje! Nackte Teilnehmer in meiner Yoga-Class! Was für eine gruselige Vorstellung. Nicht, dass ich meine Teilnehmer nicht liebe, aber ich muss nicht alles sehen im Down Dog. Ihr merkt schon, ich bin kein wirklicher Fan der neumodischen Yoga-Stile. Weder Bier-, Heavy Metal-, noch Ziegen-Yoga reißen mich von den Socken. Ein paar neuerfundene Yoga-Richtungen finde ich dennoch super – Aerial oder Acro Yoga zum Beispiel – aber bei diesen wird auch noch irgendwie die Kirche im Dorf gelassen.

Patanjali

Die meisten Yoga-Stile beziehen sich auf den achtfachen Pfad von Patanjali, der ca. 200 Jahre vor Christi Geburt auf der Erde weilte. Vielleicht waren es auch mehrere Gelehrte und nicht nur einer. Keiner weiß das so genau, ist ja auch schon eine Ewigkeit her. Jedenfalls stammen aus seiner Feder die Yoga-Sutren („Sutra“ heißt übersetzt „Faden“), die unter anderem die acht Säulen beinhalten. Sie sind so etwas wie die zehn Gebote der Yogis, die den Weg zur Erkenntnis zeigen sollen. Die bekannteste Säule ist vermutlich Ahimsa – die Gewaltfreiheit. Peace!

Om

Das kürzeste aller Mantren, zu finden als Symbol auf allem, was irgendwie mit Yoga zu tun hat. Man sagt, aus der Silbe Om wäre alles andere entstanden. Sie ist der Urlaut im Sanskrit und führt bei regelmäßiger Rezitation mit Hingabe direkt zur Erleuchtung. Cool, so leicht ist das?! Dabei besteht Om eigentlich aus vier Buchtaben – A, U, O und M – und wird somit auch als Auommmm gesprochen. Es steht für die vier Geisteszustände: wach, träumend, tief schlafend und zutiefst ruhig.

Qualität vs. Quantität

Wie im richtigen Leben! Lieber weniger mit Liebe und Hingabe als viel mit halber Kraft. Du musst nicht bei jeder Yoga-Einheit auf der Matte direkt Nahtoderfahrungen machen, aber du musst eben rauf auf die Matte und praktizieren. Das können täglich fünf Sonnengrüße oder zwei Stunden Knüppel-auf-Kopp-Ashtanga-Praxis sein – Hauptsache du übst mit Leidenschaft für die Sache an sich und nicht, weil du musst. Du musst gar nichts. Nicht mal Yoga.

Rug

Ein Yoga-Rug beschreibt eine traditionelle indische Yoga-Matte. Sie ähnelt einem handgewebten Bettvorleger und ist so rutschfest wie eine Eislaufbahn. Dafür müssen aber alle Bein- und Fußmuskeln während der Asana-Praxis mehr arbeiten und das ist gut. Also weg mit der teuren eco friendly Matte und her mit dem Teppich!

Savasana

Die vermutlich beliebteste Asana aller Yogis! Savasana ist die Haltung des Toten und beschreibt eine absolut entspannte Rückenlage zum Abschluss der Yoga-Class mit allen Vieren von dir gestreckt. Sie ist die wichtigste aller Yoga-Positionen und sollte niemals unterschlagen werden, denn hier werden alle Dinge in deinem Unterbewusstsein gespeichert, die während der Stunde geschehen sind. Gern geht Savasana in eine kleine Fünfzehn über, aber auch das ist nicht schlimm – solange du nicht schnarchst!

Teacher Training

So ein Teacher Training ist nicht nur für diejenigen etwas, die unterrichten wollen. Auch alle Yogis, die einfach tiefer in die Materie eintauchen oder ihre eigene Praxis vertiefen wollen, werden absolute Benefits aus einem Teacher Training ziehen. Hier lernst du alles Wichtige über Technik, Philosophie, Anatomie und – falls du doch unterrichten möchtest – auch über das Business eines Yoga-Lehrers. Ob du willst oder nicht, diese intensive Zeit im Namen der Yoga-Praxis wird dich verändern und deine Welt auf den Kopf stellen.

Ujjayi

Luke – I am your father! Du wolltest immer schon mal Darth Vader spielen? Na dann? Die Ujjayi-Atmung ist bei vielen dynamischen Yoga-Stilen Teil der Asana-Praxis. Man verengt die Stimmritzen etwas und fabriziert beim Ein- und Ausatmen ein kleines Schnarchen im Kehlkopf. Diese Technik erwärmt die Atemluft, fokussiert den Geist und fördert gleichmäßige Atemzüge. Soll mal einer sagen, Yoga und Star Wars würden nicht zusammenpassen!

Veggie

Die ayurvedische Wissenschaft empfiehlt eine ausschließlich vegetarische Kost für den Yogi. Patanjali predigt Ahimsa – die Gewaltfreiheit. In Indien sind 40 % der Bevölkerung Vegetarier – Platz Nummer eins in der Welt. Nur drei Gründe, warum viele Yogis Vegetarier oder sogar Veganer sind. Es ist kein Muss, aber dennoch eine weit verbreitete Lebenseinstellung. Optimal wäre eine rein pflanzliche Kost, denn auch Käse, Eier und Co. liegen schwer im Magen und müssen am nächsten Morgen wie ein schwer beladender Rucksack mit über die Matte geschleppt werden.

X-mal neue Friese

Der Yoga-Bun ist wohl die weit verbreiteteste Friese unter den Yogis. Für den Kopfstand aber ungünstig, da muss das Vogelnest weg. Der Pferdeschwanz geht dafür nicht im Schulterstand, Pflug und anderen Positionen mit dem Hinterkopf auf der Matte. Spangen, Haarklemmen und andere Dekoelemente drücken sich wie Nadeln in ein Nadelkissen in den Schädel. Was nun? Zwei Zöpfe rechts und links wäre eine Lösung – am besten zu Schnecken à la Prinzessin Leia aufgerollt. Ähm, nein. Vielleicht lieber nicht. Dann eben doch alle fünf Minuten die Friese neu arrangieren auf dem königlichen Haupt – passend zur Asana.

Yin Yoga

Ein moderner Yoga-Stil, den ich sehr mag und nur empfehlen kann, auszuprobieren. Hier werden die einzelnen Positionen minutenlang meist über Polster und Gurte supported gehalten. Absolut entspannend und für die Faszien außerordentlich förderlich, denn diese mögen die langen statischen Dehnpositionen besonders gern. Yin Yoga ist optimal, um kraftvolle Yang –orientierte Einheiten wie Ashtanga oder Power Yoga auszugleichen.

Zumba

Tanzworkout zu lateinamerikanischer Musik. Hat mit Yoga nichts zu tun, aber finde mal einen Begriff mit „Z“…?!

…in diesem Sinne – Namaste und frohes Turnen

Übrigens 🙂 – Das Buch von Michaella Weller “Cross-Yoga für Sportler” gibt es hier!

Fotos by André Siodla MEDIA2MOVE

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2018-08-15T14:14:54+00:00 0 Comments

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