Von den Verträgen zu den Hanteln: Marco von 7MilesToParis im Blogger-Talk

Eigentlich ist Marco Pirolo Rechtsanwalt. Hauptberuflich arbeitet er als Legal Counsel in einem Unternehmen. Nach Feierabend aber widmet er sich seiner Leidenschaft, dem Sport, an den Wochenenden seinem Blog. Auf 7MilesToParis.com, einer Hommage an die Stadt, in der er einen wichtigen Teil seiner Jugend verbracht hat, schreibt er über seine Hobbys Sport, Fashion und Reisen. Im Talk mit sportaholix verrät Marco, wie er zum Bloggen kam, wie er Themen auswählt und worauf Blogger in rechtlicher Hinsicht achten sollten.

sportaholix: Wie kamst du zum Bloggen?

Marco: Als Ausgleich zu meinem Job gehe ich in meiner Freizeit gern Aktivitäten nach, die sich deutlich von meinem beruflichen Alltag unterscheiden. Insbesondere Sport und Musik spielten schon immer eine wichtige Rolle für mich. Das Bloggen ist eine meiner neueren Freizeitbeschäftigungen. Die Idee entstand eher durch Zufall, als ich zunehmend Blogger kennengelernt habe. Da ich diesen hin und wieder bei ihren Fotos geholfen habe, lag es nahe, einfach einmal die Rollen zu tauschen. Für mich war das Ganze eher ein Experiment. Ohne die Unterstützung und Expertise aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis hätte ich es vermutlich nie gemacht. Ehrlich gesagt, fällt es mir auch weiterhin etwas schwer, mich selbst als „Blogger“ zu bezeichnen. Ich fühle mich bisweilen eher wie ein „method actor“. Das soll aber nicht heißen, dass ich keinen Spaß dabei habe!

Woher kommt deine Begeisterung für Sport bzw. Fitness?

Ich bin in Italien aufgewachsen und habe meine ersten Schritte gemacht, um nach einem Ball zu treten. Fußball ist ein wichtiger Teil meines Lebens und Sport hat mir deshalb auch schon immer Spaß gemacht. Selbst reine Ausdauer-Trainingseinheiten habe ich selbst in jüngeren Jahren gern absolviert, da ich dabei immer die Vorfreude auf das Fußballspiel im Kopf hatte. Mit Kraftsport habe ich dann mit 18 angefangen. Es stellt für mich die perfekte Ergänzung zum Fußball- und Lauftraining dar.

Fashion und Fitness: Warum diese beiden Themen?

Eine Verbindung besteht möglicherweise insoweit, als Menschen, die Wert auf ihre Kleidung legen, oftmals auch einen hohen Anspruch an sich selbst und ihren Körper haben. Mode und Sport müssen aber nicht zwangsläufig miteinander einhergehen. Es gibt viele Leute, die sportlich nicht aktiv sind und dennoch ausgezeichnet gekleidet sind – und umgekehrt. Ich finde auch nicht, dass man Sport nur als Mittel begreifen sollte, um gut auszusehen. Sport sollte Spaß machen.

Hotel-Workout, Motivationstipps, Fit-Food: Deine Themen sind alltagsbezogen, wie wählst du sie aus?

Ich konzentriere mich auf Themen, die für jedermann von Interesse sein können, nicht nur für Sport-Fanatiker. Gerade meine Beiträge zu den Themen Sport und Fitness entstehen sehr spontan und in der Regel aus gegebenem Anlass, wenn mich also ein Thema aktuell beschäftigt oder ich aufgrund von Fragen aus meinem Bekanntenkreis merke, dass ein Thema von Interesse für meine Leser sein könnte. Der Beitrag zum Hotel-Workout entstand beispielsweise, als ich mich selbst im Urlaub in einer entsprechenden Situation befand. Da mein Blog auch viele weibliche Leser zählt, versuche ich dies ebenfalls bei der Auswahl der Inhalte zu berücksichtigen.

Bei deinem Haupt- und Nebenjob: Wie schaufelst du dir da Zeit für Sport frei?

Zeitmanagement und Prioritätensetzung. Der Sport kommt für mich direkt nach der Arbeit. Das bedeutet natürlich, dass ich dann oft erst spät zu Hause bin und werktags keine Zeit für andere Dinge bleibt. Aber der Sport ist es mir wert.

Wie sieht dein Workout dann aus?

In letzter Zeit habe ich verletzungsbedingt oft umplanen müssen. Mein aktuelles Programm sieht wie folgt aus: Einmal die Woche Fußball, einmal hochintensives Intervalltraining, ein- bis zweimal normales Laufen und zweimal Krafttraining im Fitnessstudio. Da ich derzeit nur zweimal die Woche ins Fitnessstudio gehe und an den übrigen Tagen meine Beine beanspruche, liegt mein Fokus beim Krafttraining eher auf dem Oberkörper. Ich folge hier derzeit auch keinem Split, sondern wähle an den beiden Tagen lediglich eine leicht unterschiedliche Gewichtung hinsichtlich der „Push-Pull“-Muskeln. Auf Grundübungen wie Bankdrücken und Klimmzüge verzichte ich nie. Wenngleich sich mein Trainingsplan natürlich in regelmäßigen Zeitabständen immer wieder ändert, trainiere ich überwiegend mit hohem Gewicht und Wiederholungszahlen im Bereich 4-6 oder 8-12.

Was hast du in Sachen Fitness gerade neu für dich bzw. deinen Blog entdeckt?

Ich habe mich in letzter Zeit verstärkt mit dem hochintensiven Intervalltraining (HIIT) auseinandergesetzt. Das lag vor allem daran, dass ich verletzungsbedingt nicht Laufen gehen oder Fußball spielen konnte. Ich brauchte somit ein Training, das es mir erlaubte, auch auf dem Fahrrad bzw. dem Ergometer eine bestimmte Trainingsintensität innerhalb kurzer Trainingsdauer zu erreichen. HIIT eignet sich dafür perfekt. Ich habe es bereits in der Vergangenheit in entsprechenden Verletzungsphasen immer wieder eingesetzt, doch erst neuerdings habe ich mich verstärkt mit der Wissenschaft dahinter beschäftigt. Die Ergebnisse der HIIT-Studien sind faszinierend und belegen in jedem Fall, dass die Qualität bzw. Intensität des Trainings oftmals entscheidender ist, als die Quantität bzw. die Dauer.

Welchen Tipp kannst du als Anwalt anderen Bloggern in rechtlicher Hinsicht geben?

Vorausgeschickt, dass ich Unternehmensanwalt bin und meine fachlichen Schwerpunkte daher in anderen Bereichen liegen: Als Blogger sollte man meines Erachtens insbesondere darauf achten, etwaigen Kennzeichnungspflichten im Hinblick auf Werbung nachzukommen und fremde Urheberrechte (insbesondere an Bildmaterial) zu achten. Zugegeben, die Rechtslage ist gerade in diesem Bereich für den Laien nicht leicht zu durchblicken. Nicht zuletzt, weil die Entwicklung des Rechts den technologischen Entwicklungen oftmals nachhinkt, was die Rechtsunsicherheit erhöht. Gerade die Entwicklung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs im Hinblick auf das Framing bzw. Embedding von Fotos (aktuell jüngstes Urteil: „GS Media“, Az. C-160/15) zeigt, wie wenig Sicherheit das kodifizierte Recht in dieser Hinsicht bietet und dass man für ein rechtskonformes Verhalten stets die neuesten Entwicklungen der (europäischen) Rechtsprechung im Auge behalten muss. Wer es sich an dieser Stelle einfach machen will, sollte seinen eigenen Content produzieren.

Vielen Dank für das Gespräch und die Insights, Marco!

Spread sportial feelings
2017-10-27T15:51:30+00:00 1 Comment

One Comment

  1. … [Trackback]

    […] Read More here|Read More|Find More Informations here|There you can find 21396 more Informations|Infos to that Topic: sportaholix.club/news/jurist-anwalt-fitnessstudio-7milestoparis-blogger-talk/ […]

Leave A Comment