Squat till I die

Warum Krafttraining für Best Ager der Hit ist!

„No citizen has a right to be an amateur in the matter of physical training… what a disgrace it is for a human being to grow old without ever seeing the beauty and strength of which its body is capable.“ – Socrates

Ich kenne Thomas Hermanns bereits seit einigen Jahren. Gemäß meiner Profession erschien er mir immer als potentieller Klient, jedoch kam es nie zur Zusammenarbeit. Thomas war skeptisch gegenüber der Art Training die ich praktiziere und hielt sich lieber an Yoga und das ein oder andere Läufchen. Nun, die Jahre zogen ins Land und auch ein erfolgreicher Entertainer wird nicht jünger. Auch ist er nicht gefeit vor den körperlichen Entwicklungen, die das Altern so mit sich bringt. Wenn man allerdings ein modernes westliches Leben führt, dann kann man erstaunlich lang gewisse körperliche Beeinträchtigungen ignorieren. Weder trägt man sonderlich hohe Lasten durch die Gegend, die meisten Treppenhäuser verfügen über Fahrstühle und der gute alte Schuhanzieher bewahrt effektiv vor der tiefen Hocke. Wenn man also beide Augen zudrückt, ist es durchaus möglich zunächst einmal den körperlichen „Rückschritt“ kaum zu „bemerken“. Zumindest fühlt man sich doch kaum beeinträchtigt. Abgesehen davon, dass Thomas nun wahrlich keine Adipositas dritten Grades aufwies und auch sonst gesundheitlich weitestgehend intakt war, lebte auch er in diesem beruhigenden Zustand der lebendigen Erinnerung daran, dass er ja mal zwanzig und fit war. Als nun aber Mitte letzten Jahres die Idee aufkam, er könne – als alter Turniertänzer in seiner Jugend – doch mal am TV-Format „Let`s Dance“ teilnehmen, beschlichen ihn doch Zweifel an seiner körperlichen Verfassung. Nachdem seine Teilnahme bestätigt und das bevorstehende tänzerische Trainingspensum (8 Stunden täglich an 5 Tagen in der Woche + die eigentliche Show) offenbart wurde, entschied Thomas doch, dass es nun an der Zeit wäre, mit meiner Hilfe in die Gänge zu kommen. Wir starteten also ins Training und konnten nach einer kurzen Zeit auch rasch messbare Ergebnisse erzielen. Dieser Tage tanzt Thomas sehr erfolgreich und munter inmitten teils deutlich jüngerer „Kontrahenten“, seinem hoffentlich ersten Platz entgegen;-) Auf jeden Fall drücke ich hierzu die Daumen!

old but gold

Immer wieder stelle ich fest, dass nicht mehr ganz junge und ältere Menschen meine körperliche Erscheinung und offenkundige Leistungsfähigkeit zwar bewundern, jedoch eindeutig zu verstehen geben, dass für sie dieser Zug abgefahren sei. Training mit der Hantel? Klirrende Gewichtsscheiben? Magnesium und Gewichthebergürtel? Das ist was für junge Leute! Ganz ehrlich – mittlerweile freue ich mich über jedes Jahr, das ich älter werde, allein deshalb, weil ich immer authentischer aufzeigen kann, dass Krafttraining eben gerade nicht eine den „Jungschen“ vorbehaltene Disziplin ist. Ich werde in diesem Jahr 35 Jahre alt und würde mich nicht mehr als sehr jungen Kerl bezeichnen. Trotzdem stecke ich die allermeisten 20 jährigen nach wie vor in die Tasche und bin mir sicher, dass wenn mein 8 jähriger Sohn ins Halbstarkenalter kommt, ich ihm immer noch zeigen kann, wo der Frosch die Locken hat.

was ist nur geschehen?

Es gibt den Begriff der Sarkopenie. Diese bezeichnet den altersbedingten Rückgang von Muskelmasse und Kraft und die damit einhergehenden funktionellen Einschränkungen. Je nach Quelle ist davon auszugehen, dass etwa ab dem 40. Lebensjahr jedes Jahr zwischen 0,5 und einem Kilogramm Muskulatur verloren geht. Wenn dieser Entwicklung nicht entgegengewirkt wird, dann kann der durchschnittliche Bürostuhlcowboy also davon ausgehen, bis zum Rentenalter ca. 15-20 kg Muskelmasse eingebüßt zu haben. Ungünstiger Weise wiegen die meisten Menschen mit Mitte Sechzig aber doch einiges mehr, als noch mit Dreißig. Was ist hier geschehen? Nun, es ist ganz einfach:

Das durch atrophierte Muskulatur reduzierte Gewicht wurde zeitgleich durch hinzukommendes Körperfett ersetzt. Weil Muskeln schwerer sind als Fett, ist sogar davon auszugehen, dass überproportional viel Körperfett hinzugekommen ist. Jeder der schon einmal mit einem 20kg Rucksack wandern war, weiß, wie mühevoll dies ist und wenn man sich nun noch vorstellt, gleichzeitig deutlich weniger Muskulatur zur Verfügung zu haben, die es ermöglicht, den Rucksack zu tragen, dann wird verständlich, weshalb so viele Menschen im Alter zusehends die Lust an der Bewegung verlieren. An dieser Stelle wiederum schließt sich der Teufelskreis – weniger Muskeln und mehr Fett bedeuten deutlich mehr Mühe in der Bewegung, weshalb sich weniger bewegt wird und man wiederum noch mehr Muskeln verliert und noch mehr Fett hinzu bekommt. Und bislang sprechen wir „nur“ über „unbequem“ und „mühsam“. Hinzu kommen natürlich dann die berüchtigten Zivilisationskrankheiten die nachweislich in unmittelbarem Zusammenhang mit Bewegungsmangel und Fettleibigkeit stehen – und natürlich der Ernährung. Nach meiner bescheidenden Erfahrung ist die Motivation sich ausgewogen und gesund zu ernähren desto geringer, desto weniger man körperlich aktiv ist oder mit anderen Worten: Der Couchpotatoe kommt eher mal auf die Idee eine Tiefkühlpizza und Gummibärchen zum Dessert zu verdrücken, als der aktive und gesundheitsbewusste Mitmensch. Alles in allem entsteht das, womit wir heute konfrontiert sind: Eine Gesellschaft voller übergewichtiger und vielfach kranker Menschen.

der anfang vom ende

Unser Gesundheitssystem propagiert nach wie vor Herz-Kreislauf-Training als erste Wahl der körperlichen Ertüchtigung als Schutz vor der Todesursache Nummer 1: Dem Herz-Kreislauf-Versagen. Wenn man allerdings seinen gesunden Menschenverstand nutzt, dann könnte man durchaus darauf kommen, dass das Versagen des Herz-Kreislauf-Systems letztlich nur das unweigerliche Ende einer kausalen Kette bildet. An irgendetwas muss der Mensch ja schließlich sterben und das Erlöschen unserer Herzfunktion steht deshalb einfach überproportional häufig im Totenschein. Die Ursache hierfür aber nahm i.d.R. ungleich früher ihren Anfang und eine wesentliche Komponente, ist der Verlust von Muskulatur, quasi der Anfang vom Ende.

dem stricken ähnlicher als das laufen

Es gibt sicherlich verschiedene Möglichkeiten diesem Kreislauf entgegen zu wirken. Jegliche Form der muskulären Aktivität ist grundsätzlich einmal gut. Wenn es jedoch darum geht, Kraft zu behalten oder zu entwickeln, dann braucht es definitiv Widerstände in adäquater Höhe. Unser Körper bedient sich je nach Aktivität unterschiedlicher Energiebereitstellungsprozeße. Kraft allerdings – als die Fähigkeit des Nerv-Muskel-Systems, durch Muskelkontraktion äußere Widerstände zu überwinden, ihnen entgegen zu wirken oder sie entgegengesetzt der Schwerkraft zu halten (Wikipedia) – ist in erster Linie eine Fertigkeit (zumindest was die Maximalkraft angeht) und somit dem Stricken ähnlicher als dem Laufen. Fertigkeiten basieren in erster Linie auf koordinativen Prozessen. Also auf der Interaktion zwischen Nervensystem der Skelettmuskulatur. Um nun diese Fertigkeit der Maximalkraft effizient zu schulen, bedarf es äußerer Widerstände in ausreichender Höhe, weshalb ein Pilatestraining oder selbst der Body-Pump-Kurs eben nicht genügen. Zusätzlich benötigen wir weitere positive Effekte, wie z.B. die Erhöhung der Knochendichte als wirksame Osteoporoseprävention, einen gewissen Druck auf die Knochen. Das eigene Körpergewicht reicht schlicht nicht aus. Wer nun noch Interesse daran hat, seine Mobilität zu verbessern und in der Lage sein möchte, all diese Skills alltagstauglich zu entwickeln, der kommt an einem funktionellen Krafttraining nicht vorbei. Die Langhantel ist hierfür das perfekte Gerät, denn sie ist griffig und erlaubt den Einsatz in alle Bewegungsrichtungen und eine (notwendige) Erhöhung des Widerstands auch in kleinsten Schritten.

age of fitness

Ich hoffe sehr, über meine berufliche Tätigkeit viele Menschen davon überzeugen zu können, dass stärker besser ist. Mein Projekt „Age of Fitness“ hat sich genau dies auf die Fahnen geschrieben. Checkt gerne mal die Website www.age-of-fitness.de und berichtet euren Eltern und Freunden die dem Jugendalter entwachsen sind davon, wenn ihr ihnen etwas Gutes tun wollt!

Es spricht übrigens überhaupt nichts dagegen regelmäßig zusätzlich eine Yogaklasse zu besuchen 😉

In diesem Sinne nic`x für ungut und Sport frei!

Coach Nico

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2018-04-10T14:41:11+00:00 0 Comments

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